Einzelunternehmer leben gefährlich!

Wie es trotz einer sehr guten Auftragslage zu einer Insolvenz kommen kann.

Dieser Blogbeitrag ist von Dezember 2019 liebe Leser und hat jetzt an Bedeutung wesentlich zugenommen. Die Wirtschaft spricht ja immer mal wieder von “schwarzen Schwänen” als Ereignisse die man nicht planen kann. Solch ein “schwarzer Schwan” ist die Covid-19 Pandemie.

Ich habe mir daher erlaubt den Blog marginal abzuändern und auf die neue Situation anzupassen. Ich wünsche Euch Allen Kraft, gute Ideen und eine gesunde Zeit.

“Tja, liebe geneigte Leser. Es gibt Sachen, die dürfte es eigentlich nicht geben. Trotzdem kommt es gar nicht so selten vor, dass insbesondere Einzelunternehmen trotz eines sehr guten Geschäftsergebnisses in erhebliche Schwierigkeiten kommen können.

Was ist passiert? Ich sage jetzt schon, dies wird wahrscheinlich der kürzeste Blogeintrag, den ich schreibe. Ach ja, für diejenigen die den ersten Blog übersprungen haben. Ich bin Frank von FinanzGeek und schreibe Euch meine Erfahrungen aus 17 Jahren Datenauswertungen im Bereich von Insolvenzen auf.

Einzelunternehmer leben gefährlich, denn viele denken das Einnahmen den Gewinn darstellen. Das trifft sicherlich nicht auf Dich zu, ist aber sehr oft zu beobachten. Das Jahr lief ausgesprochen gut und man gönnt sich dann auf privater Ebene dann das eine oder andere Schmankerl.

Das Jahresende kommt und Du wirst von Deinem Berater auf ein Jahresabschlussgespräch eingeladen. Es sollen die Unternehmenszahlen des vergangenen Jahres besprochen werden. Du freust Dich auf das Gespräch da Du ja weißt, dass Dein Jahr bombig verlaufen ist.

Unverwandt bestätigt Dir das auch Dein Berater. Leider mit einem Nachsatz, mit dem Du so nicht gerechnet hattest. Der geht wie folgt: Glückwunsch, dass die Zahlen so exorbitant gut sind. Haben Sie auch daran gedacht eine Rücklage für die Steuer zu bilden?! What?! Wieviel?!

Jetzt könntest Du sagen, dass Dein Steuerberater Dich doch unterjährig hätte darauf hinweisen müssen mal Rücklagen zu schaffen. Leider ist es so, dass dies offensichtlich nicht jeder Steuerberater automatisch macht. Noch schlimmer, Du machst Deine Buchhaltung selber und hast diesen Punkt gar nicht auf der Agenda. Die Version Steuerberater und Rückfragen schadet also erstmal nichts.

Und jetzt kommt der Punkt, den viele Einzelunternehmer simpel und einfach nicht beachten. Man hat in den vergangenen Jahren nicht so viel Gewinn gefahren und dann kommt es zu einem überaus erfolgreichen Jahr. Oftmals werden unterjährig die Gewinne nicht prognostiziert und evtl. Vorauszahlungen nicht angepasst, so dass es zu einer empfindlichen Steuernachzahlung kommen wird. Ist der Markt rückläufig – wie jetzt durch die Pandemie – und das nächste Jahr erwirtschaftet nicht einen ähnlichen Gewinn, wirst Du wahrscheinlich mit dem Finanzamt Tacheles reden müssen und um eine Stundung und Ratenzahlung nicht vorbeikommen. Beachte, dass die Finanzämter die Sache gerne in 6 Monaten erledigt haben wollen. Es hilft Dir nichts, wenn die Steuer aus dem Vorjahr ist, weil Du diese wegen der Pandemie nicht automatisch gestundet bekommst.

Selbstverständlich gibt es noch die Möglichkeit einer Investitionsrücklage, die Deine Steuerschuld drückt. Die müsstest Du dann aber durchführen, damit Sie nicht rückwirkend steuerlich aufgelöst werden muss. Wie das funktioniert klärst Du am besten bei Bedarf mit Deinem Steuerberater.

Tatsächlich ist dieser auf den ersten Blick unglaubliche Fall laut einer Insolvenzabteilung der OFD (Oberfinanzdirektion) nicht so selten wie man glaubt. Viele kommen wieder raus aus dem Dilemma, aber eben doch eine ganz erhebliche Anzahl nicht.

 

Praxistipp: Beobachte Deinen Gewinn und stelle Deinem Steuerberater unterjährig die richtigen Fragen. Du kannst natürlich auch den FinanzGeek in Deinem App Store runterladen und das ganze monitoren lassen ?. Wichtig ist auf jeden Fall der Austausch mit Deinem steuerlichen Berater und das nicht nur am Jahresende.

Was erwartet Dich als Nächstes? Die Sache mit dem Finanzamt. Wie Du bei Steuerschulden am besten mit dem Finanzamt kommunizierst.